News
Das „C“ und das Missionshaus: Eine Frage, die wir nicht mehr ausblenden können
Es gibt Momente, in denen es nicht mehr nur um Bebauungspläne geht. Sondern um etwas Grundsätzlicheres.
Der geplante Eingriff am Missionshaus ist so ein Moment. Hier geht es nicht nur um ein neues Baugebiet.
Es geht um eine gewachsene Landschaft, um ein Stück Identität – und um die moralische Komponente, die bei Entscheidungen in St. Wendel nicht länger ausgeblendet werden darf.
Neue Hochwasserkarte enthält wichtige Hinweise auch für St. Wendel
Die saarländische Landesregierung hat eine neue Hochwasserkarte veröffentlicht. Sie wurde vom Ministerium für Inneres, Bauen und Sport gemeinsam mit Fachbehörden erstellt und zeigt, welche Gebiete im Land bei starken Regenfällen besonders gefährdet sind. Ziel ist es, Risiken frühzeitig sichtbar zu machen und den Hochwasserschutz sowie die Bauplanung zu verbessern. Die Karten zeigen detailliert, welche Flächen bei unterschiedlichen Hochwasserszenarien überflutet werden können.
Wesentliche Fragen weiter offen
Das Protokoll der öffentlichen Stadtratssitzung vom 05.12.2024 dokumentiert Beratungen zu Vorbehaltsgebieten für Wohnbebauung und zu Biotopschutz. Es ist eine zentrale Grundlage, um Entscheidungsprozesse rund um das geplante Investorenprojekt am Missionshaus nachvollziehen zu können. Der Stadt liegt das Protokoll digital vor. Eine Zusendung per E-Mail an unsere Bürgerinitiative erfolgte dennoch nicht. Stattdessen ist eine Einsichtnahme nur nach Termin im Rathaus während der Öffnungszeiten möglich.
Missionshaus – Warum soll hierfür alles geopfert werden?
Im Verfahren zum neuen Landesentwicklungsplan Saarland 2030 (LEP) fordert die Stadt St. Wendel, das Gebiet für den Biotopverbund im Bereich des Missionshauses vollständig zurückzunehmen. In der Stellungnahme der Stadt vom 29.12.2025 heißt es wörtlich auf Seite 3, das Schutzgebiet solle „für den gesamten Geltungsbereich des Bebauungsplanes“ aufgehoben werden.
RADAR – Newsletter der Bürgerinitiative „Missionshaus – Zukunft mit Weitblick“
Stadtrat, Zeitung, Wirklichkeit – unsere Sicht der Dinge
Auch die Nachbarn müssen vor Starkregen sicher sein
Eigentümer höher gelegener Grundstücke müssen Regenwasser so ableiten, dass tiefer liegende Nachbarn nicht überflutet werden. In diesem Fall stand ein Haus am tiefsten Punkt eines Hangs. Oberhalb lagen befestigte Zufahrten und asphaltierte Flächen einer Nachbarin sowie weitere Grundstücke.
Bei starkem Regen floss Wasser gebündelt nach unten. Mehrfach liefen Keller und Garage voll. Frühere Umbauten hatten die Gefahr nicht beseitigt.
Wärmeplanung bestätigt Bevölkerungsrückgang – was das für das Missionshaus bedeutet
Der kommunale Wärmeplan der Kreisstadt St. Wendel ist mehr als ein technisches Energiekonzept. Er enthält zentrale Aussagen zur Bevölkerungsentwicklung – und damit zur Frage, wie viel Wohnraum die Stadt künftig tatsächlich benötigt. Der Endbericht wurde am 29.01.2026 in öffentlicher Stadtratssitzung vorgestellt.
Bürgerbeteiligung zwischen Anspruch und Wirklichkeit
In seiner Neujahrsansprache hat Bürgermeister Peter Klär erneut das ehrenamtliche Engagement der Bürger:innen hervorgehoben und Bürgerbeteiligung als tragende Säule kommunaler Politik bezeichnet. Worte, denen wohl kaum jemand widersprechen würde. Umso wichtiger ist die Frage, wie sich dieser Anspruch im konkreten politischen Handeln widerspiegelt.
Was ist der Plan für St. Wendel?
Das Investorenprojekt am Missionshaus steht seit Monaten still. Es gibt keine belastbaren Informationen zu Options- oder städtebaulichem Vertrag, keinen transparenten Zeitplan und keine veröffentlichte Wirtschaftlichkeitsanalyse der Stadt – trotz Folgekosten von rund 11 Mio. Euro für Infrastruktur. Die Saarbrücker Zeitung ordnete das Projekt als „mehrere Nummern zu groß“ ein. Eine nachvollziehbare Einordnung durch Stadt oder Mehrheit fehlt.
Sportplatz Alsfassen – kein Markt für neues Baugebiet
Die Bürgerinitiative „Missionshaus-Zukunft mit Weitblick“ (BI) fühlt sich in ihrer Einschätzung zum tatsächlichen Bedarf an neuen Wohneinheiten in der St. Wendeler Kernstadt bestätigt. In der letzten öffentlichen Bekanntmachung zur Stadtratssitzung vom 04.12.2025 wurde im nichtöffentlichen Teil die Ausschreibung für das geplante Baugebiet Sportplatz Alsfassen zurückzunehmen als Tagesordnungspunkt aufgeführt.
Danke für Vertrauen, Unterstützung und gemeinsames Hinschauen
Seit zwei Jahren setzt sich die Bürgerinitiative „Missionshaus – Zukunft mit Weitblick“ (BI) für Transparenz, Bürgerbeteiligung und den Erhalt des Kulturdenkmals und Naherholungsgebiets Missionshaus ein. Wir danken allen Bürger:innen, die uns auf diesem Weg begleiten, unterstützen und stärken.
Missionshaus St. Wendel: Ein Leuchtturm für Kultur, Natur und Zukunft
Unser Konzept für die Transformation des Kulturdenkmals und Naherholungsgebiets Missionshaus basiert auf unserem Exposé. Fachleute bestätigten die klare Struktur, die Umsetzbarkeit des Ansatzes und das besondere Potenzial des Areals für den Wandel. Als Modell für den Strukturwandel, der Identität, Natur und Zukunft verbindet, gehört diese Transformation deshalb auf eine höhere politische Ebene.
Von der Tradition zur Zukunft mit Weitblick
Die Entwicklung eines neuen Konzepts für den Standort rund um das Missionshaus in Sankt Wendel begann mit einem Blick auf zwei prägende Persönlichkeiten, die tief in der Geschichte der Region verankert sind: den Volksheiligen Wendelin und den Heiligen Arnold Janssen, Gründer der Steyler Missionare.
Zur Wasserwirtschaft im Gebiet Missionshaus bestehen weiterhin offene Fragen. Unser Schreiben vom 19.11.25 an Bürgermeister Klär legt diese Punkte transparent dar. Lesen Sie selbst!
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
vielen Dank für Ihr Schreiben vom 24.10.2025, in dem Sie unsere Fragen bezüglich der Kanalisation und des Bosenbachs im Zusammenhang mit der seitens der Stadt vorgesehenen Erschließung des Areals Missionshaus aus Ihrer Sicht beantwortet haben. Grundsätzlich bestätigen Sie uns, dass bei Realisierung der Maßnahme sowohl im Bereich des Bosenbach als auch innerhalb der Kanalisation keinerlei hydraulische Probleme zu erwarten sind.
Wenn der Bürgermeister auf konkrete Fragen ausweicht, entsteht Raum für berechtigte Zweifel.
Am 9. September 2025 haben wir Bürgermeister Peter Klär konkrete Fragen zur Kanalsituation rund um das Missionshaus und zur Wasserwirtschaft im betroffenen Gebiet gestellt. Das Schreiben finden Sie hier. Damit unsere Anfrage nach dem Saarländischen Umweltinformationsgesetz (SUIG) bearbeitet wurde, mussten wir 50 Euro Vorauskasse von Spendengeldern bezahlen. Heute veröffentlichen wir das Antwortschreiben der Stadt – vollständig und unverändert, damit Sie sich selbst ein Bild machen können. Wir möchten Transparenz – und Sie sicher auch. Deshalb: Lesen Sie selbst.
Unser Weg zum Konzept – Warum wir den „Heiligen Berg“ neu denken
Im Sommer 2024 hat unsere Bürgerinitiative ein eigenes Zukunftskonzept für das Kulturdenkmal und Naherholungsgebiet Missionshaus vorgestellt. Die Grundlage dafür entstand in einer umfassenden Recherche, Gesprächen und intensiver Analyse. Anlass war die Sorge, dass durch das von der SG-Strukturholding geplante Projekt ein einzigartiger historischer und natürlicher Ort verloren gehen könnte – ohne Notwendigkeit, ohne Vision und ohne Rücksicht auf das, was diesen Ort ausmacht. Wir wollten es anders machen. Professioneller. Zukunftsfähiger.
OVG stoppt Bebauungsplan in Nonnweiler – ein wichtiges Signal für St. Wendel.
Das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes hat den Bebauungsplan „Zum Dollberg 22a“ für unwirksam erklärt.
Der Grund: rechtliche Vorgaben wurden nicht ausreichend beachtet – insbesondere bei Beteiligung, Abwägung und den planungsrechtlichen Anforderungen.
Ein Urteil mit Signalwirkung – auch für St. Wendel
Das Urteil des 2. Senats des Oberverwaltungsgerichts zur Campus-Erweiterung der Universität des Saarlandes, für die laut Bebauungsplan der Stadt Saarbrücken das Waldstück „Hanni“ für Parkplätze und Universitätsgebäude gerodet werden sollte, hat deutliche Maßstäbe gesetzt: Rechtliche Vorgaben gelten für alle – für Kommunen, Politik und Investoren.
Schreiben unserer Bürgerinitiative an Kommunalaufsicht und Rechnungshof
Am 5.11.25 hat uns die Kommunalaufsicht bestätigt, dass sie unsere Eingabe vom 30.10.25 kommunalaufsichtsrechtlich prüfen wird.
Kommunale Fehlsteuerung und mögliche Haushaltsgefährdung durch das Bauvorhaben der SG-Strukturholding am Missionshaus in St. Wendel
Sehr geehrte Damen und Herren des Rechnungshofes des Saarlandes,
sehr geehrte Damen und Herren der Kommunalaufsicht,
mit diesem Schreiben wenden wir uns als Bürgerinitiative „Missionshaus – Zukunft mit Weitblick“ an Sie, weil wir im laufenden Bebauungsplanverfahren „Missionshaus“ Anhaltspunkte für kommunale Fehlsteuerung, mangelnde Transparenz und drohende Haushaltsrisiken für die Bürger:innen der Stadt St. Wendel sehen.
Die Entwicklung am Missionshaus ist kein Randthema – sie betrifft die Grundsätze von Wirtschaftlichkeit, Haushaltsklarheit und verantwortlicher Stadtplanung. Wir sehen dringenden Prüfungsbedarf, bevor hier unumkehrbare finanzielle und ökologische Fakten geschaffen werden.
Der letzte Urwald St. Wendels
Stell dir vor, du stehst zwischen uralten Bäumen. Über dir ein grünes Dach, unter deinen Füßen weicher Waldboden, durchzogen von Wurzeln, Farnen und Pilzgeflechten. Hier rauscht der Wind, nicht der Verkehr. Hier arbeitet die Natur – leise, beharrlich, im Gleichgewicht. Dieser Ort existiert. Noch.
Schöpfung bewahren heißt: den Boden schützen.
Wenn in St. Wendel die Wendelswoche gefeiert wird, geht es um mehr als Tradition. Sie erinnert an Wendelin – den Schutzpatron der Bauern und Hirten, der die Schöpfung achtete und die Erde als Geschenk verstand. Diese Haltung ist aktueller denn je: Boden ist kein Standortfaktor – Boden ist Lebensgrundlage.
Transparenz statt Hinterzimmer
Auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung vom 30.09.2025 stand unter TOP 4: „Vorlage gemäß §60 Abs. 2 KSVG – Beschluss des Stadtrates vom 05.12.2024“. Klingt nach Formsache. Tatsächlich ging es um den Kern des Widerstands gegen das Missionshaus-Projekt: die Bürgerbeteiligung.
§30 KSVG SL – Beschluss für Jahrzehnte und ein Appell an das Gewissen
Die Bürgerinitiative „Missionshaus – Zukunft mit Weitblick“ appelliert eindringlich an die Mitglieder des Stadtrates von St. Wendel, ihrer besonderen Verantwortung gerecht zu werden. Das Kommunalselbstverwaltungsgesetz verpflichtet jedes Stadtratsmitglied, sein Mandat gewissenhaft, unabhängig und ausschließlich nach seiner freien, am Gemeinwohl orientierten Überzeugung auszuüben. Ein Fraktionszwang besteht nicht und darf auch nicht praktiziert werden. Von jedem einzelnen Ratsmitglied wird erwartet, dass es sich intensiv und kritisch, gegebenenfalls unter Einbeziehung von Experten, mit den zur Entscheidung anstehenden Fragen auseinandersetzt.
SWR-Film „Das Ende der Neubaugebiete“ von Dr. Jörg Wolf
Für alle, die verstehen wollen, warum die Versiegelung von ca. 27 Hektar Natur am Missionshaus keine Lösung ist – und wie wir trotzdem Wohnraum schaffen können – empfehlen wir den Film „Das Ende der Neubaugebiete – Wohnraum ohne Naturzerstörung“.
