Widerstand durch Wissen
St. Wendel, 3. November 2026
Altlastenverdachtsfläche am Missionshaus: Wir fragen nach
Die Bürgerinitiative „Missionshaus – Zukunft mit Weitblick“ hat sich mit einer Anfrage nach dem Saarländischen Umweltinformationsgesetz an das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) gewandt. Im Mittelpunkt stehen die ehemalige Erd- und Bauschuttdeponie auf dem Missionshausgelände, die dort vermuteten Altlasten und mögliche Auswirkungen auf Boden und Wasser.
Besonders wichtig ist uns dabei der Schutz der Quelle im Martinstälchen. Wir möchten wissen, welche Erkenntnisse zu möglichen Belastungen vorliegen und wie der dauerhafte Schutz dieser aus unserer Sicht besonders schützenswerten Quelle gewährleistet wird.
Zum Städtebaulichen Vertrag gibt es im Zusammenhang mit unserer Beschwerde bei der Kommunalaufsicht noch keinen neuen Sachstand. Die Stadtverwaltung wurde zur Vorlage sämtlicher relevanter Unterlagen einschließlich des Vertrags aufgefordert; Bürgermeister Klär darf diesen bis zum Abschluss der Prüfung weder unterzeichnen noch vollziehen.
Hier dokumentieren wir unsere Anfrage vom 3. November 2026 an das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz im vollständigen Wortlaut:
Altlastenverdachtsfläche im Bereich des Missionshauses St. Wendel – Bitte um Auskunft
die Bürgerinitiative „Missionshaus – Zukunft mit Weitblick“ setzt sich für den Erhalt des Kulturdenkmals Missionshaus und seiner Natur- und Naherholungsflächen ein. Wir befürworten eine nachhaltige Nutzung der Bestandsgebäude und wenden uns gegen eine zusätzliche Flächenversiegelung durch Neubauwohnungen ohne nachgewiesenen Bedarf. Als parteipolitisch unabhängige Initiative und Mitglied im Bundesbündnis Bodenschutz ist uns eine transparente, faktenbasierte und verantwortungsvolle Stadtentwicklung ein besonderes Anliegen.
Im Zusammenhang mit der Altlastenverdachtsfläche WND_6970 „Deponie Missionshaus – St. Wendel“, auf der lt. öffentlich zugänglichen Unterlagen die ehemalige Erd- und Bauschuttdeponie von 1972 bis 1978 durch das Missionshaus betrieben wurde, bitten wir Sie freundlich im Rahmen des Saarländischen Umweltinformationsgesetzes um Auskunft und Einsicht in die vorhandenen Umweltinformationen.
Insbesondere interessieren uns folgende Fragen:
2. Liegen historische Betriebsunterlagen, Anlieferungsnachweise oder sonstige Dokumente zur Herkunft der Ablagerungen vor?
3. Wurden Boden-, Sickerwasser- oder Grundwasseruntersuchungen durchgeführt? Falls ja, bitten wir um Zugang zu den Ergebnissen und Gutachten.
4. Wurden Sanierungs-, Sicherungs- oder sonstige Schutzmaßnahmen durchgeführt oder angeordnet?
5. Wie ist der aktuelle behördliche Beurteilungsstand der Fläche?
Vor dem Hintergrund der geplanten Bebauung halten wir eine nachvollziehbare Bewertung möglicher Altlasten für wesentlich, bevor weitreichende planerische Entscheidungen getroffen werden.
Besonders wichtig ist uns zudem der Schutz der Quelle im Martinstälchen. Nach unserem Kenntnisstand weist ihr Wasser Babywasserqualität auf. Wir betrachten die Quelle daher als besonders schützenswertes Naturgut.
Wie wird der Schutz dieser Quelle dauerhaft gewährleistet – insbesondere im Hinblick auf die nahe gelegene Altlastenverdachtsfläche und die Auswirkungen, die sich aus der geplanten Bebauung und den damit verbundenen Eingriffen in Boden und Wasserhaushalt ergeben könnten? Liegen hierzu bereits Untersuchungen, Bewertungen oder konkrete Schutzkonzepte vor?
Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie uns den aktuellen Sachstand und gegebenenfalls vorhandene Unterlagen hierzu mitteilen könnten. Sollte eine andere Stelle für einzelne Fragen zuständig sein, freuen wir uns über einen entsprechenden Hinweis oder eine Weiterleitung.
Vielen Dank für Ihre Zeit und Ihre Unterstützung. Wir wissen es sehr zu schätzen, wenn fachliche Fragen zu diesem sensiblen Bereich transparent und nachvollziehbar geklärt werden.
Mit freundlichen Grüßen
Sprecher der Bürgerinitiative „Missionshaus – Zukunft mit Weitblick“